Bruno Cremer
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Bruno Jean Marie Cremer (6. Oktober 1929 – 7. August 2010) war ein französischer Schauspieler, der vor allem für seine Darstellung des Jules Maigret im französischen Fernsehen von 1991 bis 2005 bekannt ist.
Bruno Cremer wurde in Saint-Mandé im Département Val-de-Marne in den östlichen Vororten von Paris geboren. Seine Mutter Jeanne Rullaert, eine Musikerin, war belgisch-flämischer Herkunft; sein Vater Georges war ein Geschäftsmann aus Lille, der – obwohl als Franzose geboren – die belgische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, nachdem ihn die französische Armee nicht zum Dienst im Ersten Weltkrieg zugelassen hatte. Bruno selbst entschied sich mit Erreichen des 18. Lebensjahres für die französische Staatsangehörigkeit. Seine Kindheit verbrachte er überwiegend in Paris.
Bruno besuchte den Cours Hattemer, eine Privatschule. Nach Abschluss seiner Schulausbildung folgte er seinem schon seit seinem zwölften Lebensjahr bestehenden Interesse an der Schauspielerei und absolvierte von 1952 an eine Schauspielausbildung an der streng auslesenden Conservatoire national supérieur d'art dramatique, der französischen Hochschule für darstellende Kunst.
Seine Karriere begann mit zehn Jahren am Theater, wo er Rollen aus Werken von Shakespeare, Oscar Wilde und Jean Anouilh spielte. Bereits 30-jährig kreierte er 1959 bei der Uraufführung von Anouilhs Stück Becket die Rolle des Thomas Becket und verehrte Anouilh Zeit seines Lebens. Später spielte Cremer 1981 in einer französischen Produktion von Bent von Martin Sherman den Max. Seine eigentliche Profession sah er im Theaterschauspiel, auch wenn er zunehmend zum Film strebte.
Seine erste im Abspann genannte Filmrolle hatte Cremer 1957 in Quand la femme s'en mêle („Wenn sich eine Frau einmischt“), in dem Alain Delon mitspielte. Zum Durchbruch kam seine Karriere allerdings erst 1965 mit dem Film La 317e Section („Die 317. Sektion“) unter der Regie von Pierre Schoendoerffer, der zur Zeit der französischen Kolonialkriege in Indochina spielt. Von da an war Cremer ein populärer Schauspieler und trat in über 110 Kino- und Fernsehproduktionen auf.
Wenngleich Cremer versuchte, Schubladen und Typisierung zu vermeiden, wurden ihm bevorzugt Rollen als knallharte Kerle angeboten, häufig Militärs. Beispiele aus verschiedenen Phasen seiner Karriere sind Section spéciale (1975), La légion saute sur Kolwezi (1980) und Là-haut, un roi au-dessus des nuages (2004).
Der Film Sondertribunal (Originaltitel: Section spéciale) aus dem Jahr 1975 handelt von einem Scheingericht im kollaborierenden Vichy-Frankreich, das Justizurteile gegen Unschuldige sicherstellen sollte, um die Nationalsozialisten zu besänftigen. Der französischsprachige Film des griechisch-französischen Regisseurs Costa-Gavras zeigt Cremer als Lucien Sampaix, einen kommunistischen Journalisten.
Der Film La légion saute sur Kolwezi (1980) unter der Regie von Raoul Coutard ist eine dokumentarisch anmutende Darstellung einer realen Operation der französischen Fremdenlegion, die 1978 in der Demokratischen Republik Kongo der Befreiung ausländischer Geiseln diente. Cremer spielt darin einen Militärkommandanten. In Pierre Schoendoerffers Film Là-haut, un roi au-dessus des nuages („Dort oben, ein König über den Wolken“) aus dem Jahr 2004, der auf seinem eigenen Roman Là-haut basiert, spielte Cremer den Oberst.
Quelle: Artikel „Bruno Cremer“ aus der englischsprachigen Wikipedia, lizenziert unter CC-BY-SA.